Animismus, der blinde Fleck – kaum beachtet, hochbrisant!

Einladung zur missiotop Jahrestagung 2020.

31.01.-01.02.2020 im Wycliff-Zentrum Karimu (Burbach-Holzhausen)

Das Hauptreferat hält Prof. Dr. Lothar Käser (em. Albert Ldwig Universität Freiburg). Die von ihm untersuchten theoretischen Grundlagen bilden die Grundlage für die anschließenden Beiträge und Diskussionen. Seinem Grundsatzreferat folgen (zeitlich wie inhaltlich) kürzere Einzelreferate: Dr. Dr. Hannes Wiher wird über Animismus in Afrika, Dr. Christian Rust über Befreiungsdienst, Dr. Heinrich Bammann über Animismus in Afrika, Dr. Jonathan Mauerhofer über Okkultismus in Österreich, Jakob Lepp über Animismus unter den Indianern in Paraguay und Dr. Martin Heißwolf über Animismus in Japan referieren.

Informationen zur Anmeldung

 

Im Einzelnen stellen wir die Referate dar:

Prof. Dr. Lothar Käser stellt die Problematik der westlichen Religionswissenschaft und Religionsethnologie dar, namentlich das indoeuropäische Kategorien nur von außen (etisch) beschreiben. Eine Kultur von innen (emisch) zu beschreiben bleibt dem Outsider verschlossen. Käser versteht Animismus als “ein Gesamtkonzept des Kosmos einschließlich seiner sichtbaren und unsichtbaren Bewohner … Das Gesamtkonzept Animismus beinhaltet dazuhin eine charakteristische Theorie von der Natur der Dinge und des Menschen.” In diesem Grundrahmen werden Modelle für Welt- und Menschenbilder besprochen und zu biblischen Aussagen in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang geht es auch um andere damit zusammenhängenden Begriffsfelder, wie Diesseits und Jenseits, Traum, Medizin, Sünde als wesentliche Krankheitsursachen, Unheil und Tod. Besonders geht Käser auf den Begriff “Mana” (das “außergewöhnlich Wirkungsvolle”) ein, der für das Verständnis von magischen Verfahren zur Therapierung von Krankheiten, Wahrsagerei und Hexerei bedeutsam ist. Aschließend bietet er praktische Hinweise zur Verbesserung der Forschung auf dem Gebiet des Animismus.

Dr. phil. Dr. med. Hannes Wiher lehnt sich in seinem Beitrag über Animismus in Afrika eng an den Verständnisrahmen von Käser an. Animismus als schamorientiertes System bildet seinen Ansatzpunkt. Praktische Bezüge zur Medizin (AIDS, Sterilität), Ahnenvorstellungen, Dämonismus, Geistwesen und verschiedenen Seelenvorstellungen bereichern unsere Tagung.

Dr. Christian Rust beschreibt in seinem Beitrag den Befreiungsdienst, ausgehend von Matthäus 10,8 und die biblischen Grundlagen der Auseinandersetzung mit Dämonen. Unter Anwendung der biblischen Grundlagen fordert er erstens die Überwindung der aufklärerischen Arroganz, die zu einem “spirituellen Analphabetismus” in Sachen Dämonie geführt hat, zweitens beschreibt er eine biblische Sicht von der Macht Jesu “über Satan und alle diabolischen Mächte” sowie die Betonung der Notwendigkeit der Gaben des Heiligen Geistes um dann abschließend über die Einbindung des Befreiungsdienstes in der Gemeinde zu referieren.

Dr. Heinrich Bammann stellt in seinem Beitrag über Animismus in Afrika das Weltbild traditioneller afrikanischer Religionen dar. Er zeigt mittels persönlicher Beispiele aus seinem Dienst, wie “das Evangelium seinen Eingang in die traditionelle Religion Afrikas finden könnte.”

Dr. Jonathan Mauerhofer weist in seinem Beitrag über Okkultismus in Österreich zuerst auf gesellschaftliche Entwicklungen hin, welche die Einstellungen gegenüber dem Okkulten beeinflussen können. Er bringt das theoretische Thema in praktische Bezüge und weist anschaulich anhand der Lebensbiographie seiner Familie auf biblische Bezüge hin.

Jakob Lepp wird selber nicht anwesend sein können. Sein Beitrag kommt in Form eines Interviews zu uns, das Eldon August aufzeichnet und von Dr. Elmar Spohn besprochen wird. Seine persönlichen Erfahrungen zum Thema Animismus unterlegt er mit Beispielen aus dem Dienst des Gemeindebaus und der theologischen Bildung unter Indianern in Paraguay. Dabei wird er besonders auf ethische Themen wie Neid und Verantwortungslosigkeit, Selbstbezogenheit und Vertrauenswürdigkeit eingehen. Er beschließt das Interview mit einer Einschätzung zu animistischen Phänomenen und zur Animismusforschung.

Dr. Martin Heißwolf versucht in seinem Beitrag über Animismus in Japan an Einzelbeobachtungen aus den Bereichen Welt- und Menschenbild, Jenseitsvorstellungen und Soziologie zu zeigen, dass man das vorherrschende Weltbild Japans am besten als animistisch versteht. Er verweist im Hauptteil auf Manga (Comics) und Anime (Animationsfilme), wobei er besonders auf die Arbeit des Regisseurs Hayao Miyazaki eingeht, durch dessen Arbeit Anime weltweit bekannt wurden. Zum Schluss bespricht er den nachdenklich machenden gedankenlosen Konsum von Anime, Manga und den entsprechenden Spielen.

Ablauf und Programm

Freitag, 31.1.2020
14:30 Möglichkeit zum Gebet
15:00 Grundsatzreferat Lothar Käser
16:00 Aussprache
16:30 Kaffeepause
17:00 Referat I
17:45 Referat II
18:00 Abendessen
19:00 Möglichkeit zum Gebet
19:30 Mitgliederversammlung

Samstag, 1.2.2020
9:00 Möglichkeit zum Gebet
9:30 Referat III
10:15 Referat IV
11:30 Referat V
12:15 Referat VI

14:30 Referat VII
15:30 Podiumsdiskussion
16:30 Abschluss