em 2/2019 Viele Akteure, ein Auftrag: Partnerschaft und Wettbewerb

Aus dem Inhalt

Thomas Schirrmacher und Elmer John Thiessen, Proselytismus: Eine evangelikale Sicht; Für die Diskussion erarbeitet im Auftrag der Abteilung für theologische Fragen der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Abstract: „Proselytismus“ ist ein „Schlagwort“, das meist negativ gemeint ist, nämlich als Vorwurf, anderen Kirchen die „Schäfchen“ zu stehlen. Aufgrund ihrer missionarischen Ausrichtung trifft diese Kritik oft besonders evangelikale Christen. Dieser Artikel stellt die Thematik in den größeren Rahmen einer Ethik der Evangelisation und Mission. Als Grundlage für ein konstruktives Gespräch zwischen den Kirchen definieren die Autoren zunächst die Begriffe und decken verbreitete Vorurteile auf. Darauf aufbauend werden die Rahmenbedingungen für einen ethisch verantworteten Proselytismus beschrieben und praktische Vorschläge für das Miteinander verschiedener christlicher Konfessionen auf der lokalen Ebene gemacht.

Carolyn Kemp, Multi-dimensionale Jüngerschafts-Schulung für Diaspora-Christen: Partnerschaft zwischen Gastkirchen, Diaspora-Kirchen und freien christlichen Werken.

Abstract: Zahlreiche Menschen finden während eines längeren Auslandsaufenthalts zum christlichen Glauben. Doch nur ein Fünftel lebt auch nach der Rückkehr ins Heimatland weiter als Christ. Dieser Artikel zeigt auf: Um hier positive Veränderung zu schaffen, ist es dringend nötig, dass Diaspora-Kirchen, die Kirchen des Gastlandes und übergemeindliche christliche Organisationen zusammenarbeiten. Jeder hat spezifische Stärken und nur gemeinsam können sie jungen Christen Antworten und Vorbilder geben, die sie zu Christen reifen lassen, die an jedem Ort als Nachfolger Jesu zu leben.

Ivar Vegge, Von „selbstversorgenden“ Kirchen zu „verantwortlichen Partnerkirchen“: Biblisch-theologische Reflektionen zum Einsatz von Geld in der Missionsarbeit.

Abstract: Weithin bekannte Probleme, die durch finanzielle Unterstützung in der Missionsarbeit entstehen, sind Dominanz und Paternalismus einerseits sowie Abhängigkeit, Passivität und Korruption andererseits. Eine verbreitete Antwort auf diese Probleme ist das Ideal von einer radikalen ökonomischen „Selbstversorgung“ der jungen Kirchen. Dieser Artikel betrachtet die Herausforderungen aus einer alternativen, biblisch-theologischen Perspektive und kommt zu dem Schluss: Das weitaus größere moralische Problem ist die Not der Menschen und die ungleiche Verteilung der Güter. Daher sollte das bestimmende Prinzip für das Verhältnis von Missionsorganisationen und ihren internationalen Partnerkirchen nicht länger „Selbstversorgung“, sondern „ver­ant­wortlichen Partnerschaft“ sein.

Weiteres:

Thomas Schirrmacher: Aus meiner Sicht: Evangelikale Forschung ‘at its best’.

missiotop Jahrestagung 2020.

Rezensionen:

Anne Krauß, Barrierefreie Theologie: Das Werk Ulrich Bachs vorgestellt und weitergedacht. (Behinderung-Theo­lo­gie-Kirche: Beiträge zu diakonisch-caritativen Disability Studies, Band 8) Stuttgart: Kohlhammer, 2018.

Bowen, Patrick D., History of Con­version to Islam in the United States, Volume I: White American Muslims before 1975 (Muslim Minorities 18), Leiden/Boston: Brill, 2015.
Bowen, Patrick D., History of Conversion to Islam in the United States, Volume II: The African American Islamic Renaissance, 1920-1975 (Mus­lim Minorities 25), Leiden / Boston: Brill, 2017.