em 3/2019 Christsein in animistisch geprägten Kontexten

Aus dem Inhalt:

Hanna Schmalenbach, Tamales für die Toten? Fallstudie zur Kontextualisierung einer ethischen Problematik im Stamm der Tutunaku in Mexiko.

Abstract: Die Verfasserin hat mit ihrer Familie 14 Jahre lang als Missionsärztin in einem Dorf des Tutunakú-Stammes in Mexiko gelebt und gearbeitet. In der Pioniersituation erlebte sie wie das Evangelium die Menschen des Dorfes zum ersten Mal erreichte und viele von ihnen Nachfolger Jesu wurden. Im folgenden Artikel beschreibt sie den Kon­tex­tualisierungsprozess einer spezifischen Problematik aus dem Alltag der jungen Christen im Dorf: ihren Umgang mit dem traditionellen Totenfest. Da die Verfasserin durch regelmäßige Besuche mit der weiteren Entwicklung der entstandenen Gemeinde vertraut ist, konnte sie diesen Prozess bis in die Gegenwart über fast 30 Jahre verfolgen.

Waldemar Radegin, Besessenheit und Exorzismus in geistwesenorientierten Gesellschaften.

Abstract: In dem vorliegenden Artikel wurde das Phänomen „Besessenheit und Exorzismus“ im Animismus untersucht und biblisch beurteilt. Dabei konzentrierte sich der Autor auf den südamerikanischen Schamanismus. Der Artikel soll eine Hilfe für Seelsorger und Missionare sein, um sensibel auf das Thema reagieren zu können. Denn Menschen, deren Weltbild vom Animismus geprägt ist, bewerten Besessenheit innerhalb ihres Weltbildes, wie der Autor differenziert darzustellen versucht. Dies hat Folgen dafür, wie man Menschen aus diesem Hintergrund seelsorgerlich begleiten und wenn nötig zur Befreiung führen kann.

Yong Seuck Cho, Reformierte Lebenstheologie: Eine spirituelle Theologie des presbyterianischen Kirchen Koreas.

Abstract: Die reformierte Lebenstheologie der presbyterianischen Kirchen Koreas, deren Wurzeln in der Pfingstbewegung liegen, stellt den Versuch dar, durch den Rückgriff auf reformatorische Grundeinsichten einen Beitrag zur Überwindung der aktuellen Kirchenkrise in Korea zu leisten. Konzipiert worden ist sie als pastorales Programm von Chang Jong-Hyun (1949-), um auf den Mitgliederschwund der Kirchen und ihre zahllosen Spaltungen zu reagieren. Ihr Anliegen ist eine Kontextualisierung der Theologie von Luther und Calvin, um theologische Defizite der Pfingstbewegung zu überwinden, was vor allem durch einen Rekurs auf die reformatorische Bibelhermeneutik geschieht, womit es ihr gelingt, eine originäre Reformierte Theologie zu formieren.

Matthias Ehmann, Mission und Migration im Kontext der Lausanner Bewegung: Impulse der Liverpool Diaspora Consultation und des Global Diaspora Network der Lausanner Bewegung.

Abstract: Im Juni 2019 fand mit der Liverpool Diaspora Consultation die erste Konferenz des Global Diaspora Networks der Lausanner Bewegung für den europäischen Kontext statt. Der Artikel stellt Inhalte und Bedeutung der Liverpool Diaspora Consultation dar und gibt einen Überblick zum Entstehen und zur Entwicklung des Global Diaspora Network der Lausanner Bewegung. Davon ausgehend reflektiert der Artikel die Bedeutung dieser Impulse für den deutschen Kontext und fragt nach Leerstellen und dem Bedarf für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Mission, Migration und Diaspora.

Weiteres:

Martin Heißwolf: Aus meiner Sicht: Wie logisch ist das Mensch-Sein?.

Eine Vorschau auf die missiotop Jahrestagung 2020.

Rezensionen

Michael J. Goheen, The Church and Its Vocation: Lesslie Newbigin’s Mission­ary Ecclesiology, Grand Rapids: Baker Academic, 2018.

Christine Lienemann-Perrin, Wolf­gang Lienemann (Hg), Religiöse Grenz­überschreitungen: Studien zu Be­kehrung, Konfessions- und Reli­gions­wechsel / Crossing Religious Borders: Studies on Conversion and Religious Belonging (Studien zur Außer­euro­päischen Christentums­ge­schichte 20 / Studies in the History of Christianity in the Non-Western World 20), Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2012