em 2/2017: Mission angesichts der Zeichen der Zeit

Aus dem Inhalt:

Eldon Porter, Zusammenarbeit mit der Mehrheits-Welt in einem globalen Paradigma.

Abstract: Inzwischen weiß wohl jeder, der sich für christliche Mission engagiert, dass der zahlenmäßig Schwerpunkt der weltweiten Kirche sich längst von der westlichen Welt in die sogenannte „Mehrheitswelt“ verschoben hat. Aber inwiefern haben sich unser Denken und unsere Arbeitsweise tatsächlich schon auf die ungeheure Dynamik eingestellt, mit der sich dadurch weltweite Mission verändert? Aus eigener Erfahrung in unterschiedlichen Kontexten beschreibt der Autor die Herausforderungen, vor denen westliche Werke stehen, und zeigt konkret nötige Schritte zur Anpassung an die neue Zeit. Denn er ist überzeugt: Nur ein Missions-Werk, das in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der globalen Kirche vorwärtsgeht, behält Relevanz in Gottes Mission.

Bernd Brandl, Mission in heilsgeschichtlich-endzeitlicher Perspektive. Erinnerung an Prälat Karl Hartenstein 1894-1952.

Abstract: Karl Hartenstein gehört zu den großen deutschen Missionstheologen der Generation nach Gustav Warneck. Der lutherische Theologe Hartenstein, von 1926-39 Direktor der Baseler Mission, entwickelte eine von Karl Barth und den württenbergischen pietistischen Vätern geprägte Missionstheologie, die nach einer neuen Begründung der Mission suchte und sich besonders mit Fragen nach dem heilsgeschichtlichen Ort derselben beschäftigte. Hartenstein war es, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine Neubegründung von Mission in der streng trinitarisch gedachten missio dei fand. Gottes Sendung und die Sendung des Sohnes setze sich fort im Zeugendienst der Gemeinde. Dieser Dienst geschieht jedoch nach Hartenstein im heilsgeschichtlich-eschatologischen Horizont einer Zwischenzeit; in der Spannung des Schon- und Nochnicht des kommenden Reiches Gottes. Im Heute der Zwischenzeit ist Gemeinde vor allem leidende Gemeinde in der Nachfolge des Gekreuzigten; sie ist Vorbote des Reiches, wartende und leidende Kirche – und genau darin findet Hartensteins Missionstheologie heute angesichts des weltweiten Leidens der Kirche eine überraschende Aktualität.

Stephen Beck, Mission Mosaik – Kirche für die Normalität.

Abstract: Die „Flüchtlingswelle“ der letzten Jahre hat etwas Neues geschehen lassen: Überall werden monokulturelle Gemeinden zu einem Mosaik vieler Kulturen. An vielen Orten geschieht dies ganz ungeplant, einfach als spontane Reaktion auf Gottes Handeln. Jahrzehntelang war die große Mehrheit der Kirchen von der missionarische Herausforderung unberührt geblieben, dass seit den 1950er Jahren durch Migration in den meisten Regionen Deutschlands kulturelle Heterogenität längst zum Alltag geworden ist. Dieser Artikel will die Augen öffnen für den besonderen „Kairos“, den Gott den Kirchen in Europa schenkt, und die Verantwortung, jetzt auf Gottes Handeln zu antworten durch Gemeinden, die die Versöhnung der Kulturen in unserer Gesellschaft erlebbar machen.

Johannes Reimer, Das Gemeindehaus als Ort des Friedens.

Abstract: Räume sprechen. Das gilt auch für unsere Gemeinderäume. Die Frage ist nur: Was sagt die Gestaltung unserer Räume den Menschen über unseren Glauben? Dieser Artikel stellt sich der konkreten Frage, wie Räume aussehen, die die christliche Kern-Botschaft der Versöhnung mit Gott und Menschen widerspiegeln und erlebbar machen. Es ist der zweite in einer Serie von vier Artikeln.

Weiteres:

  • Die Rubrik „Aus meiner Sicht“ von Robert Badenberg, „Nicht wissen ist der Tod“.
  • Stephen Beck, „Discipling the nations in our churches“ Bericht von der MissionMosaik Europa-Konferenz, 6.-8. Juni 2017 in Berlin.

Rezensionen:

  • Daniel Strange, Their Rock Is Not Like Our Rock: A Theology of Religions, Grand Rapids: Zondervan, 2015.
  • Gregory Koukl, Tactics: A Game Plan for Discussing Your Christian Convictions, Grand Rapids: Zondervan, 2009.
  • Said AlDailami, Erneuerungsdenken in der islamischen Welt. Orthodoxie-Kritik und neue Selbstvergewisserung als Mittel zur Überwindung der geistig-kulturellen Krise? Das Beispiel der Altajdeed Cultural and Social Society (Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften 21), Würzburg: Ergon, 2011.