em 4/2017: Die kontextuelle Prägung unseres Zugangs zu Bibel und Theologie – Beispiele aus verschiedenen Lebenswelten

Aus dem Inhalt:

Luke Zheng, Utilitarismus als Herausforderung an die Evangelisation – Eine Predigt zu Johannes 4, 2-30.

Abstract: „Was bringt mir der Glaube?“ Dieser Frage ist der Autor in vielen evangelistischen und seelsorgerlichen Gesprächen begegnet. In dieser Predigt zeigt er anhand der Begegnung von Jesus und der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen auf, wie Jesus menschlichem Utilitarismus begegnet und diesen überwindet.

Robert Badenberg, Warum Anthropologie wichtig ist: Die Betrachtung eines Bibeltextes aus kulturellen Perspektiven und die Implikationen für die interkulturelle Kommunikation.

Abstract: Es wird wohl kaum jemand bezweifeln, dass die Art und Weise, wie biblische Texte verstanden und kommuniziert werden, von dem jeweiligen kulturellen Kontext abhängt. Aber wie ernst nehmen wir diese Wahrheit tatsächlich in der biblischen Exegese und Verkündigung? Wenn der kulturelle Kontext der ersten Hörer ganz anders war als der europäische oder nordamerikanische, dann fallen ihre Reaktionen natürlich aus ganz unterschiedliche aus, sowohl emotional als auch intellektuell. Am Beispiel der bekannten Geschichte in Luk 15, 11-32 zeigt dieser Artikel die Bedeutung anthropologischer Einsichten für Interkulturelle Theologie und die Kommunikation biblischer Texte.

Jürgen Schuster, Die Bedeutung der Eschatologie für christliches Handeln: Zum Verhältnis von Wortzeugnis und Tatzeugnis in der christlichen Mission. Drei paradigmatische Grundentscheidungen.

Abstract: Dieser Beitrag unterstreicht die zentrale Rolle der Eschatologie für das Handeln in christlicher Mission. Aus eschatologischer Perspektive werden ein ganzheitliches Verständnis von Mensch und Heil, ein Ausharren in der eschatologischen Spannung und eine Zusammenschau der drei reformatorischen Modelle von Kirche und Staat als richtungsweisend vorgestellt. Es handelt sich um ein Impulsreferat im Rahmen eines von Studenten organisierten Studientags an der Internationalen Hochschule Liebenzell im Mai 2017. Der Vortragsstil wurde weitgehend beibehalten.

Eberhard Werner, Disability Studies und Missiologie: Ein Diskurs der Annäherung.

Abstract: Disability Studies ist ein seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstandener wissenschaftlicher Zweig. Dieser Artikel liefert einen Überblick über seine Entwicklung und seine Vernetzung mit anderen Forschungsbereichen. Dabei werden insbesondere die exegetischen, hermeneutischen und praktisch-theologischen Impulse für die Theologie beschrieben. In einem Ausblick wird aufgezeigt, welche Bedeutung die von den Disability Studies angeregten Fragen der hermeneutischen Grundlagen, des Gemeindebaus und des interreligiösen Diskurses für die Inklusion, Teilhabe und Integration aller sozialen Gruppen in die religiöse Gemeinschaft der Christusnachfolger haben sollte.

Weiteres:

Die Rubrik ‘Aus meiner Sicht von Thomas Schirrmacher: Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) zeigt: Mission und Dialog gehören zusammen.

Rezensionen:

  • Peter Pikkert, The Essence and Implications of Missio Dei: An Appraisal of today’s foremost theology of missions, Ancaster, Ont/Canada: Alev Books, 2017.
  • Matthias Knödler, Thomas Kowalzik und Klaus Mulch. Praxisbuch Islam. Wie Christen Muslimen begegnen können. Dillenburg: Christliche Ver­lagsgesellschaft; Dortmund: Orient­dienst. 1. Auflage 2016.
  • Jie Kang, House Church Christianity in China. From Rural Preachers to City Pastors. Global Diversities Series. New York: Palgrave Macmillan 2016