Wimmelbilder und 1. Kor. 3, 9-11

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. (1Kor. 3,9+10)

Bei unserem Reden über Mission und darüber, was Gott auf der ganzen Welt beim Bau seines Reiches tut, verwenden wir verschiedene Bilder und Vergleiche. Dabei sind weder einfache Bilder vom Bau eines Gebäudes noch eindimensionale Bilder aus dem Ackerbau ausreichend. Vielleicht hilft uns ein Wimmelbild weiter.

Wimmelbilder sind total faszinierend. In einer Ecke wird der Aushub für ein Gebäude gemacht, während an der anderen Ecke bereits das Dach des Hauses gedeckt wird. Zwischendrin wird noch an der Küche gearbeitet und daneben werden Rohre für die Kanalisation abgeladen. Wimmelbilder geben uns einen Einblick in die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen im Reich Gottes.

Es geht ja keineswegs darum, dass eine Person nur das Fundament legt, während eine andere darauf weiterbaut. Das mag in der Zeit der Apostel und ersten Gemeindegründer so gewesen sein. In der Gegenwart gilt: Während man bei manchen Menschen am Fundament arbeitet, muss man mit anderen schon den zweiten, fünften oder achten Bauabschnitt angehen.

Deshalb finde ich Wimmelbilder hilfreich für das Verständnis des Dienstes in der Mission. Wir ergänzen uns in einem guten Mit-einander- und gleichzeitigen Nebeneinander-Arbeiten. Außerdem ist es so auch möglich, Fehler auszugleichen. Ja, auch das geht! Eine Mauer, die nicht exakt im Lot ist, kann durch den Gipser ausgeglichen werden, sodass als Endprodukt eine gerade Wand entsteht. Viel zu oft habe ich den Eindruck, dass Gemeinde- oder Missionsmitarbeiter für eine weniger exakt verrichtete Arbeit kritisiert werden. Wir meinen, das Feuer – von dem Paulus in dem Abschnitt in 1Kor 3 auch schreibt – müsse diese weniger exakte Arbeit verbrennen.

Viel besser wäre es, wir würden so wie ein Gipser mit einer etwas krummen Mauer verfahren und die Unebenheiten ausgleichen. Bei allen entstehenden Normabweichungen während der Produktion kann am Ende immer noch ein gutes Endprodukt entstehen.

Zielführender als gegenseitige Schuldzuweisungen derer, die am Bau arbeiten, ist das Miteinander aller, die darauf achten, wie sie arbeiten.

Über allem gilt: Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1Kor. 3,11)

Friedemann Knödler,
Vorstandsmitglied missiotop

Zuerst erschienen in em 2018/2