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Heiliger Geist. Kraft. Mission.

Inhalt

AEM-Jahrestagung Tag 2. Bibelarbeit von Dave Jarsetz. Über den Heiligen Geist. Ein hammerguter Auftakt!
Danach meditatives Gebet über Apostelgeschichte 1,8.
Ein paar Gedanken, die mir zu Apostelgeschichte 1,8 und Kontext einfallen:

„Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?“ (Apg 1,6): Die Jünger können nicht über das Volk Israel hinausdenken. Reich Gottes erschöpfte sich für sie in der Aufrichtung des Reiche für Israel. Wir finden heute wieder Christen, die nicht über die Grenzen der christlichen Kirche hinausdenken können. Für sie erschöpft sich Reich Gottes in Gemeindewachstum und Gemeindeentwicklung. Jesus antwortet den Jüngern damals und den Christen ohne Missionsweitblick heute mit drei Punkten:

1) Er weist ihren Wissensdurst in die Schranken: „Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat“ (Apg 1,7). Was er zum Thema Mission sagt, darf nicht Gegenstand menschlichen Kalkulierens sein. Allein tätiger Gehorsam ist angesagt. Für diesen Gehorsam braucht es zwei Dinge:

2) Er muss am Wort Gottes ausgerichtet sein. „Sondern: Ihr werdet Kraft nehmen, wenn der Heilige Giest auf euch gekommen ist, und werden meine Zeugen in Jarusalem und in ganz Judäa und Samaria und bsi an die Enden der Erde“ (Apg 1,8). David Pao hat in seiner Untersuchung (Pao, David W.. 2000. Acts and the Isaianic New Exodus (Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, zweite Reihe. 130). Tübingen: Mohr Siebeck; vor allem die Seite 90-100) nachgewiesen, dass gerade die Einleitung zur Apostelgeschichte sehr eng an Texten aus Jesaja entlanggeht. Er behauptet, dass Jesaja das hermeneutische Raster für die Blaupause der ganzen Apostelgeschichte (Apg 1,8) bietet:
a) „Bis an die Enden der Erde.“ Jesaja 49,6 Er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, dass du seist mein Heil bis an die Enden der Erde.“
b) „Wenn der Heilige Geist auf Euch ausgegossen wird“: Jes 32,15: Der traurige Zustand wird anhalten, „so lange bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe.“ Luk 1,8 und Jes 32,5 LXX haben beide „herabkommen.“
c) Das Thema vom Heiligen Geist hallt dann wieder: Jesaja 42,1 „Siehe, das ist mein Knecht – ich halte ihn – und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. und Jesaja 61,1: Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat.“
d) „Werdet meine Zeugen sein“: Jesaja 43,10 Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr wisst und mir glaubt und erkennt, dass ich’s bin. Vor mir ist kein Gott gemacht, so wird auch nach mir keiner sein.“ Jesaja 43,12 „Ich hab’s verkündigt und habe auch geholfen und hab’s euch sagen lassen; und es war kein fremder Gott unter euch. Ihr seid meine Zeugen, spricht der HERR, und ich bin Gott.“

3) Zweitens muss dieser Gehorsam in Wechselwirkung mit dem Heiligen Geist stehen. „Sondern: Ihr werdet Kraft nehmen, wenn der Heilige Giest auf ech gekommen ist, und werden meine Zeugen in Jarusalem und in ganz Judäa und Samaria und bsi an die Enden der Erde“ (Apg 1,8). Dieser Vers sagt nicht, dass der Heilige Geist eine Kraft ist. Vielmehr ist er Gott, der Kraft gibt. Dieser Vers sagt nicht, dass die Kraft über uns kommt. Vielmehr kommt der Heilige Geist auf uns. Das Verb, das für Empfangen steht, kann auch Nehmen bedeuten. So wie ich das Wirken des Heiligen Geistes verstehe, ist es kein uns überwältigendes Wirken, das etwa von uns Besitz ergreift oder wo dann etwas ganz automatisch geht. Es steht immer in Wechselwirkung mit unserem Wollen und deshalb auch mit unserem Gehorsam. Es ist vielmehr ein bewusstes und gewolltes Nehmen auf unserer Seite als ein sich Ausliefern an eine unwiderstehliche Macht. Das sagt auch etwas über die Reihenfolge beim Zeugendienst aus. Es ist nicht so, dass wir eine Kraft erleben und dann gar nicht anders können, als Zeugen zu sein. Vielmehr wirkt die Kraft dann, wenn wir sie nehmen, das heißt, wenn wir gehorsam den Mund zum Zeugnis für Nichtchristen öffnen. Wir nehmen diese Kraft, indem wir darum bitten und, dem Leiten des Heiligen Geistes gehorchend, handeln. „Welche der Geist Gottes leitet, die leben als Söhne und Töchter Gottes“ (Römer 8,14).

Martin Heißwolf