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Impuls zum Monatsspruch April 2026: Echt blessed!

Jesus sagte zu Thomas: „Weil du mich gesehen hast, bist du zum Glauben gekommen. Echt blessed sind in Zukunft die, die zum Glauben kommen, ohne vorher gesehen zu haben.“
Johannes 20,29
Warum sagt Jesus das? Fünf Antworten:
Jesus weiß erstens, dass seine Jünger in bald nicht mehr sehen werden. Johannes weiß es zum Zeitpunkt der Niederschrift seines Evangeliums auch. Dass die Zeit, als sie täglich ihn und seine Herrlichkeit sahen (Johannes 1,14), etwas Besonderes, heilsgeschichtlich Begrenztes und Unwiederholbares war. Dieses Besondere machte aus den Jüngern Augenzeugen. „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen“ (Johannes 20,20.30-31). Dass die Jünger seine Zeichen und Wunder gesehen haben, machte aus ihnen Apostel in dem besonderen Sinn, dass Gott durch ihr Zeugnis, zusammen mit dem der Propheten, das Fundament für den „Bau“ seiner neuen Heilsgemeinde gelegt hat (Epheser 2,20).
Jesus weiß zweitens, dass Menschen lieber sehen wollen als hören. Er weiß, dass das Sehenwollen Betrug und Schwärmerei Tür und Tor öffnen wird. Er weiß, dass Propheten und Apostel kommen werden, die das unverfügbare Geheimnis des Glaubens herabziehen wollen in Messbarkeit, Sichtbarkeit, Beweisbarkeit, Begreifbarkeit und Verfügbarkeit. Bis herab in die Gegenwart ist die Geschichte voll trauriger Beispiele. Apostel wie Petrus Oder Johannes gibt es heute nicht mehr. Und die wenigsten, die sich heute Propheten nennen, sind es wirklich. Egal was auch immer sie an Wunder wirken mögen.
Jesus weiß drittens, dass Menschen beizeiten lieber nicht sehen als sehen wollen. Er weiß, dass Zeiten kommen, in denen das Sehen unerträglich wird. Schon bald wird Jerusalem in Schutt und Asche liegen, die Trümmer blutüberströmt, schon bald sich die Leichen in Masada türmen. Schon bald seine Jünger zur Unterhaltung der Römer den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen und als Straßenlaternen bei lebendigem Leib verbrannt werden. Jesus weiß, dass Zeiten kommen, in denen das Sehen eher zum Abfall vom Glauben führt.
Jesus weiß viertens um die Abermillionen, die durch das Zeugnis der Apostel zum Glauben kommen werden, von denen Petrus voller Staunen schreibt: „Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb! Und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht! Ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude“ (1.Petrus 1,8).
Wir leben heute, fünftens, weder in der kurzen Zeit noch an dem begrenzten Ort von damals. Der Weg zum Glauben ist ein anderer. Auch für die Jünger war nicht das Sehen von Jesus das Entscheidende, sondern das, dass Gott sich durch sein Wort offenbart: „Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes“ (Johannes 6,69). „Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist echt blessed, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Matthäus 16,17). Und dass auf das Horchen auf das Wort Gottes, dass Gehorchen dem Wort Gottes folgt. Deshalb schreibt Johannes nicht „wir haben gesehen und geglaubt“, sondern „wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1.Johannes 4,16). Der letzte Satz ist hier kein Nachsatz, sondern der Höhepunkt. Die Erkenntnis Gottes und der Glaube kommen nicht allein vom Horchen auf das Wort Gottes, sondern nur zusammen mit dem Gehorchen dem Wort Gottes.
