Aktuelles

Balázs Ódor neuer Direktor der Evangelischen Mission Weltweit (EMW)

Inhalt

Der Vorstand der Evangelischen Mission Weltweit (EMW) hat Balázs Ódor zum neuen Direktor berufen. Er wird sein Amt am 1. Juni 2026 antreten und folgt damit auf Rainer Kiefer, der zum Jahresende 2025 in den Ruhestand gegangen ist. Dietmar Arends, Vorsitzender des Vorstands der EMW, erklärt zur Berufung: „Mit Balázs Ódor gewinnt die EMW einen ausgewiesenen Experten für internationale ökumenische Zusammenarbeit. Seine langjährige Erfahrung in der Vernetzung von Kirchen weltweit sowie seine strategische Kompetenz werden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Arbeit geben. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die gemeinsamen nächsten Schritte.“ Dazu Ódor: „Die Evangelische Mission Weltweit steht für eine partnerschaftliche und dialogorientierte Zusammenarbeit von Kirchen und Werken in unterschiedlichen Kontexten. Ich sehe es als eine zentrale Aufgabe dieser Gemeinschaft, ihre internationalen Beziehungen und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe weiter zu stärken und gemeinsam mit den Mitglieds- und Partnerorganisationen Räume für konstruktiv-kritischen Austausch, bereichernde Lernerfahrungen und gemeinsames Handeln zu gestalten“ (_____, EMW).

Als ungarischer Christ sieht er besonders die Probleme bei der politischen Instrumentalisierung des Christentums. Er betont immer wieder die Bedeutung der Trennung der Aufgaben und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Akteure: „Es wäre großartig, wenn jeder seine Aufgabe erfüllen würde: die Politiker, die Wirtschaft, die Polizei, der Geheimdienst. Und die Kirchen. Jeder soll seine eigene Aufgabe erfüllen. Wir können nichts anderes sagen als das, was Jesus gelehrt hat.“ Seine Gedanken zur Trennung dieser Tätigkeiten und Sphären wiederholte er in einem Interview: „Am besten wäre es, wenn sie [die Kirchen und der Staat] klar voneinander getrennt wären, aber mit etwas Kontakt. Es wäre gut, wenn die Regeln in jedem Bereich eindeutig wären. Besonders was die Finanzierung der Kirchen, ihre Rolle in der Gesellschaft oder sogar die Ausschreibungsverfahren für Kirchen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen betrifft“ (Vascó, Role of Christianity, Evangelical Lutheran Church)

Die evangelische Kirche von Westfalen veranstaltet Ende Mai 2021 die Konsultation Mission Today. In seinem Referat sagte Ódor: „Die Kernaufgabe der Kirche ist die „‚einladende Kommunikation des Evangeliums‘. Um es einfach auszudrücken, lassen Sie mich den Apostel Petrus zitieren: ‚Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist‘ (1 Petrus 3,15). Wir sind aufgerufen, unter allen Umständen eine lebendige Narrative, ja eine ‚Apologie der Hoffnung‘ anzubieten“ (Ódor, Arbeitsgruppe 5/1).

In einem Kontinent, auf dem man vergessen hat, dass man Gott vergessen hat, ist die eigentliche Frage, der sich Christen immer wieder gestellt haben, und der sie sich heute stellen müssen. In seinem Grußwort zur 68. Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland sagte er im Januar 2016: „Wie prägt Glaube heute unsere Existenz? Was geschieht in und bei uns, wenn, wenn der Glaube uns ergreift und in die Wirklichkeit Christi einzieht?“ In diesem Zusammenhang liegen Ódor Migrationsprobleme am Herzen. „In diesen Tagen, besonders in Deutschland, einem Land, welches die Last und Verantwortung für den Flüchtlingsstrom stellvertretend in Europa trägt und ‚bestürzende‘ Ereignisse erleiden muss, [… weiß] die christliche Gemeinde […] um den weiten Horizont, in dem man die Freiheit für die Zukunft spüren und sich zur Freiheit für die Zukunft befreien lassen kann. Das ist der Horizont, der uns durch Ostern, durch die Auferweckung des gekreuzigten Jesus Christus geöffnet wird.“ ‚Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist‘ (1 Petrus 3,15) – eine wunderschöne biblische Bestimmung dessen, was eigentlich Theologie heißt, wie im Spannungsfeld unserer Hoffnung und der erlebten Wirklichkeit, im Horizont des anbrechenden, kommenden Gottesreiches unser Bekennen aus fester Hoffnung heraus entsteht“ (Ódor, Grußwort).

Quellen:

_____: EMW-Vorstand beruft neuen Direktor, in: Evangelische Mission Weltweit, https://mission-weltweit.de/de/ueber-uns/pressemeldungen/emw-vorstand-beruft-neuen-direktor.html vom 1.4.2026.

Ódor, Balázs: Grußwort von Balázs Ódor, 2016, https://legacy.www.ekir.de/downloads/20160110-PT-Grusswort-Odor.pdf vom 1.4.2026.

Ódor, Balázs: Arbeitsgruppe 5|1, 2021 https://www.evangelisch-in-westfalen.de/fileadmin/user_upload/Themen/Oekumene/missiontoday_dokumentation/day2_tag2/workshopsday2/workshops1-3/21-05-29_Odor_Input_dt.pdf vom 1.4.2026.

Vascó, Anna: The role of Christianity in the discourseon Migration un Hungary – Christian leadners and the various interpretations of Christianity, in: Religion, Migration, and Existential Wellbeing, 2020.