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Gesegnete Pfingsten 2026

Inhalt

Das Pfingstfest ist das Fest des „dritten Artikels: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.“ Der dritte Artikel sieht auf den ersten Blick ein bisschen wie der letzte Punkt einer Liste aus. Überschrift: Sonstiges. Denn was haben diese einzelnen Punkte denn miteinander zu tun? Und warum braucht es überhaupt noch einen dritten Artikel?

Hier ist die Antwort, auf die ich beim Überlegen über diese Frage gekommen bin: Die Punkte haben tatsächlich eine Gemeinsamkeit: Sie alle sind Geschenke von Gott, dem Vater, gegeben an Jesus, die dann von Jesus, die durch das Werk des Heiligen Geistes zu uns kommen. Vom Heiligen Geist sagte Jesus: „Der Geist der Wahrheit wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch verkündigen“ (Johannes 16,14-15). Gehen wir nun die einzelnen Geschenke durch:

Die heilige christliche Kirche

Es ist eine einzige Kirche. Die ist das Werk Jesu. Er sagte: „Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall [Israel]. Auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden“ (Johannes 10,16). Diese Einheit der Kirche hat Jesus ausdrücklich durch seinen Tod am Kreuz geschaffen: „In Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selbst aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst“ (Epheser 2,13-16).
Das Geschenk der kirchlichen Einheit kommt ausdrücklich durch den Heiligen Geist zu uns: „Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“ (Epheser 4,3-6).

Gemeinschaft der Heiligen

„Heilig“ hat zwei Bedeutungen. Die eine Bedeutung beschreibt eine Zugehörigkeit. Christen sind deshalb heilig, weil sie Gott gehören. Durch den Heiligen Geist hat er ihnen den Glauben geschenkt. Durch die Taufe im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und eben auch des Heiligen Geistes hat er sie mit dem Heiligen, mit Jesus zusammengemacht. Sie sind sein. Deshalb heißen sie nach dem Christus „Christen“.
„Heilig“ hat aber auch eine Bedeutung, die eine Qualität beschreibt. Das Geschenk des Glaubens und der Taufe, dass Gott uns angenommen hat, verpflichtet zu einem Leben, das Gott entspricht. Das galt im Alten Testament: „Ihr sollt euch heiligen, so dass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig. Ihr sollt euch nicht unrein machen. Denn ich bin der HERR, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“ (3.Mose 11,44-45). Das gilt auch im Neuen Testament: „Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: ‚Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig‘“ (1.Petrus 1,14-16).
Aus den einzelnen Heiligen wird nun durch die Wirkung des Heiligen Geistes die Gemeinschaft der Heiligen. Wir können sie nicht machen, sondern sie nur für uns und andere erbitten, wie Paulus das auch machte: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2.Korinther 13,13). Die „Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ ist hier nicht nur die „Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist“, sondern die „Gemeinschaft, die der Heilige Geist schafft“. In diesem Sinn schreibt er auch in Philipper 2 von der „Gemeinschaft des Geistes“: „Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut, achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht!“ (Philipper 2,1-5).

Vergebung der Sünden

Wir haben es uns durch den Individualismus, durch die Betonung des „persönlichen Glaubens“ angewöhnt, dass das wir das Thema der Sünde und der Sündenvergebung ganz privat mit uns selbst ausmachen. Wir bekennen Gott einsam und allein für uns unsere Sünden und nehmen dann ganz ohne die Hilfe von Anderen den Zuspruch der Sündenvergebung aus dem Wort Gottes für uns persönlich an. Oft krankt diese Art von Christsein daran, dass uns die Gewissheit der Sündenvergebung schwerfällt und dass wir wenig Sieg über die Sünde haben.
Das war ursprünglich nicht so, sondern der Ort der Sündenvergebung war eben die „Gemeinschaft der Heiligen.“ Und ausdrücklich durch den Heiligen Geist: „Jesus blies sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten“ (Johannes 20,22-23). In Jakobus 5,16 heißt es ausdrücklich, dass wir „einander“ die Sünden bekennen sollen.

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Jesus selbst ist die „Auferstehung und das Leben“ (Johannes 11,25). Wie aber kommt das zu uns? Dazu schauen wir uns Verse aus Römer 8 an: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1). „So gibt es nun nichts Verdammliches“ übersetzte Luther ursprünglich. Durch den zweiten Satz der wunderbare Bach-Motette „Jesu meine Freunde“ (BWV 227) haben wir diesen alten Text noch im Ohr: „Es ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.“ Nichts Verdammliches mehr an uns? Schön wär‘s. Die Erfahrungen zeigt uns nur zu deutlich, wie viel Verdammliches, Verdammungswürdiges noch an uns ist. Gott sei Dank war Luthers Übersetzung falsch. Sonst müssten wir verzagen. An uns ist nach wie vor viel Verdammliches. Aber wir dürfen – mit unserem verdammungswürdigen Tun und Sein – in Christus sein. Dann gibt es für uns Verdammungswürdigen keine Verdammungsurteil, keine „Verdammnis“ mehr. Warum? Weil Christus verdammt wurde! Wie es dann in Vers 3 heißt: „Gott sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch,“ nämlich dem seines Sohnes am Kreuz!
Und wieder ist es der Heilige Geist, der uns das vermittelt: „Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Römer 8,2). Der Geist macht lebendig „in Christus Jesus“, oder „durch Jesus Christus.“ Und in Vers 11 wird dann ausdrücklich mit der Auferstehung in Verbindung gebracht: „Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt“ (Römer 8,11).
Noch leben wir in unseren „sterblichen Leibern“, noch sind wir vom Tod umgeben. Oder wie es Paulus in 2.Korinther 5 ausgedrückt hat: „Solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht [durch den Tod] entkleidet, sondern [durch die Auferstehung] überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, [und wieder kommt der Heilige Geist ins Spiel] der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat“ (2.Korinther 5,4-5). Wir sind jetzt schon Erben der ewigen Herrlichkeit, Erben des „ewigen Lebens“, haben aber nur das „Unterpfand“ dafür, den Heiligen Geist: „In Jesus Christus sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens, damit wir etwas seien zum Lob seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unseres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit“ (Epheser 1,11-14).