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Kalenderblatt: Charles Garnier

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Am 25.5.1605 (oder 1606?) wurde Charles Garnier in Paris geboren. Sein Vater war der königliche Schatzmeister Der Normandie. Er erhielt seine Ausbildung am Pariser Louis-le-Grand College.

Charles Garnier (1606–1649) musste beharrlich darum kämpfen, Missionar werden zu dürfen, denn sein Vater widersetzte sich seinem Wunsch und verhinderte zunächst seine erste Bitte. Dieselbe Beharrlichkeit erwies sich später als unschätzbar wertvoll bei seiner Arbeit unter den Petun, die den „Schwarzen Röcken“, wie sie die Jesuiten nannten, anfangs feindlich gegenüberstanden.

1624 trat er in den Jesuitenorden ein. Als Jesuit setzte er sein Studium fort, lehrte am Jesuiten-College zu Eu und wurde 1635 ordiniert. Kurze Zeit später sprach er über sein starkes Verlangen, Mission für die Huron in „Neu-Frankreich“ (heute Kanada) zu werden. Er kam am 11.6.1636 in Quebec

Garnier verbrachte seine ersten drei Jahre in Neufrankreich damit, die huronische Sprache zu lernen und in der Mission von Ossossané zu arbeiten. Im November 1639 wurden er und Pater Isaac Jogues zu den Petun gesandt. Diese wollten sie jedoch nicht aufnehmen, weil sie sich an den Vorwurf erinnerten, die „Schwarzen Röcke“ hätten die Epidemie verursacht, die 1636 durch das Land der Huronen gezogen war.

Das Hauptwerk des heiligen Garnier, die Gründung einer Mission unter den Petun, spiegelt seine starke Persönlichkeit auf eindrucksvolle Weise wider. Zwar hatte es zuvor schon einige apostolische Vorstöße gegeben, darunter 1637 eine vierzehntägige Reise, doch war dort noch nichts Dauerhaftes gegründet worden. Im Jahr 1639 wurde das Gebiet den Patres Garnier und Jogues anvertraut. Die beiden Missionare stellten ihre Mission unter den Schutz der heiligen Apostel und benannten jede Ortschaft, der sie begegneten, nach einem der Zwölf.

Die Arbeit war hart; oft reisten sie ohne Führer und waren Kälte, Wind und Schnee schutzlos ausgeliefert. Das Unternehmen dauerte mehrere Monate, und das gesamte Gebiet der Petun wurde besucht. Jede ihrer Ortschaften erhielt Besuch von den Patres, und mehrere Sterbende wurden getauft.

„Das Wort des Evangeliums keimt auf, wenn der Heilige Geist es fruchtbar machen will“, schrieb Garnier. „Unsere Aufgabe besteht allein darin, es treu auszusäen und auf die Stunden des Himmels zu warten.“

Seit mehreren Jahren verstärkten die Irokesen ihre Angriffe auf die Welt der Huronen; bereits 1648 hatten sie Pater Antoine Daniel getötet. Deshalb nahm Garnier den Bericht, den er im November 1649 erhielt, sehr ernst: Die Irokesen befanden sich auf dem Kriegspfad gegen die Petun und drohten, ihre Dörfer niederzubrennen. Er schickte seinen neu eingetroffenen Assistenten, Pater Noël Chabanel, zurück zur Missionszentrale, weil er ihn keiner Gefahr aussetzen wollte; Garnier selbst aber blieb entschlossen bei seinem Volk.

Am Nachmittag des 7. November 1649 griffen die Irokesen an und töteten jeden, den sie fanden. Pater Paul Ragueneau beschrieb den Angriff folgendermaßen:

„Pater Charles Garnier war zu jener Zeit der einzige unserer Patres auf der Mission. Als der Feind erschien, besuchte er gerade die Hütten und unterwies die Menschen. Als jedoch Alarm geschlagen wurde, trat er hinaus und ging direkt zur Kirche, wo sich einige Christen versammelt hatten.
‚Wir stehen dem Tod gegenüber, meine Brüder‘, sagte er zu ihnen, ‚betet zu Gott und flieht auf jedem möglichen Weg. Bewahrt euren Glauben euer Leben lang, und möge der Tod euch finden, während ihr an Gott denkt.‘
Er spendete ihnen seinen Segen und machte sich sofort auf, um anderen Seelen beizustehen.
Obwohl sie ihn inständig baten, auch zu fliehen, gehörte es doch als geweihter katholischer Jesuitenpriester zu seiner Aufgabe, den Sterbenden das Zeichen der Lossprechung auf die Stirn zu zeichnen.“

Garnier wurde zweimal angeschossen – einmal in die Brust und einmal in den Unterleib. Man riss ihm seine Soutane vom Leib und ließ ihn in der Kälte sterbend zurück. Doch er kam wieder zu Bewusstsein und versuchte, sich zu einem verwundeten Petun zu bewegen. Ein Angreifer skalpierte ihn und erschlug ihn anschließend mit einem Schlag auf den Kopf. Ein anderer Jesuit kam am nächsten Tag in das Dorf und begrub den ihn in einem flachen Grab unter den Menschen, die er zu Christus führen wollte.

Charles Garnier wurde 1925 von Papst Pius XI als einer der nordamerikanischen Märtyrer seliggesprochen und 1930 dann heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 19. Oktober.

Quellen:

https://www.jesuits.global/saint-blessed/saint-charles-garnier/
https://www.catholic.org/saints/saint.php?saint_id=599
https://mission.lmu.edu/stainedglass/windows/scrantonuniversity/
https://www.biographi.ca/en/bio/garnier_charles_1E.html
https://aleteia.org/2024/09/24/st-charles-garnier-north-american-missionary-and-martyr/