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Impuls zum Monatsspruch Juli 2026

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Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Amos 5,24

Die überwiegende Zahl der Stellen mit „Recht“ sprechen davon, dass es sich um das Gesetz handelt, das Gott seinem Volk gegeben hat. Doch handelt es sich bei der Aufforderung wohl kaum um die Predigt des Rechts, sondern um seine Umsetzung in die Tat.

„Das Recht soll wie Wasser fließen,“ nämlich überall hin. Das heißt, dass bei der Rechtsprechung kein Unterschied gemacht werden soll. Gleiches Recht soll gelten für Ausländer und Einheimische (3.Mose 24,22; 4.Mose 9,14; 5.Mose 24,17), für Große und Kleine (5.Mose 1,17; 24,17), für Arme und Reiche (5.Mose 16,19; 24,17; 2.Chronik 19,7; Maleachi 3,5). Vor allem den Armen soll zu ihrem Recht verholfen werden. Besonders erwähnt werden in diesem Zusammenhang Witwen und Waisen (5.Mose 10,18).

Das Recht soll sich dabei nicht in der unpersönlichen, kalten Anwendung des Gesetzestextes erschöpfen. Es ist erst dann erfüllt, wenn zu ihm die tatkräftige Liebe und barmherzige Nachsicht kommen (Sacharja 7,9). So sollen ausdrücklich die Ausländer geliebt und mit Nahrung und Kleidung versorgt, ihnen Status verliehen werden (5.Mose 10,18). Witwen soll die Kleidung nicht gepfändet (5.Mose 24,17) werden, und Schuldnern das Pfand nicht einbehalten und kein Zins eingefordert werden (Hesekial 18,7), selbst wenn das Recht das vorsieht. Es ist des Königs erste und höchste Pflicht, die Entrechteten und Gedemütigten zu retten (Psalm 72,2.12; Jeremia 21,12; 22,3), weil er als Stellvertreter Gottes in der Furcht Gottes (Maleachi 3,5) handeln soll wie Gott, der allen Gerechtigkeit und Recht verschafft, die Unrecht leiden (Psalm 103,6; 140,13), der die Hungrigen speist und die Gefangenen befreit (Psalm 146,7).

Nicht zuletzt greift der Anspruch Gottes viel tiefer hinein in jenen Bereich des Menschen, in den kein menschliches Recht Zugriff hat, in sein Herz. Das Recht ist nicht nur dann erfüllt, wenn alle gleichbehandelt werden, wenn das gute Tun das böse ersetzt, sondern wenn sich keiner mehr in seinem Herzen Böses gegen seinen Bruder ausdenkt (Sacharja 7, 10).

Wenn vom König und seinen königlichen Pflichten die Rede ist, geht der Blick hinüber in das Neue Testament, zum Messias-König Jesus. Er „wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande … Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften“ (Jesaja 11,4-5). In der Person Jesu kommen nach Jesaja 42,3-4 Barmherzigkeit und Recht zusammen. Beide wird er in die Welt hinaustragen: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte und die Inseln warten auf seine Weisung.“ Das ist seine Mission, Missio Dei. Ihr sind wir verpflichtet! Ihm sind wir verpflichtet!