Aktuelles

Impuls zum Monatsspruch Oktober 2026

Inhalt

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1

Paulus bezeichnet hier das alttestamentliche Verhältnis zu Gott als Knechtschaft, das neutestamentliche als Kindschaftsverhältnis (Galater 4,12-31).

Die hier genannte Freiheit ist nicht Freiheit vom Gesetz, bedeutet nicht, dass wirklich freie Christen tun und lassen könnten, was ihnen beliebt. Nach Jesus sind die Freien die, die als Kinder Gottes bleibendes Wohnrecht bei Gott haben. Im Gegensatz dazu haben die Sklaven oder Knechte kein bleibendes Wohnrecht. Siehe Johannes 8,34-36! Nach Jesus schließt die Sünde aus dem Kindschaftsverhältnis zu Gott aus. „Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus“ (Johannes 8,34-35).

Wer nun aber meint, durch das Halten des Gesetzes und das Vermeiden der Sünde in das Kindschaftsverhältnis zu Gott kommen zu können, hat sich geirrt. „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben“ (Johannes 1,12). Und: „Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar, denn ‚der Gerechte wird aus Glauben leben‘“ (Galater 3,11). „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus“ (Galater 3,26). Wer nun meint, die Kindschaftsbeziehung zu Gott durch etwas anderes als den Glauben – letztlich also als Geschenk – zu bekommen, wird sie verlieren und wieder Knecht im Haus des Vaters werden. Es gilt: „Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: ‚Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, daß er‘s tue!‘“ (Galater 4,10).

Es geht also um die Freiheit vom Gesetz als Heilsweg. Christen sind von dem aussichtlosen Wahn befreit, sie müssten sich die Kindschaftsbeziehung zu Gott verdienen. Und gleichzeitig sind sie in der Gefahr, diese Freiheit zu verlieren? Denn wie alle Menschen suchen sie die Extreme, dass auch sie entweder ohne Gesetz sein wollen oder ohne Gnade. Dass wir entweder nichts halten wollen oder sich mit dem Halten des Gesetzes das Heil verdienen wollen. Beiden Extremen gemein ist der Stolz, der nach Unabhängigkeit strebt; auf der einen Seite der Stolz, sich nichts sagen lassen zu wollen, auf der anderen der, sich nicht helfen lassen zu müssen. Denen, die jede Herrschaft abschütteln und in stolzer Autonomie leben wollen, sagt Jesus: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir!“ (Matthäus 11,29). Denen, die voller Stolz jede Hilfe von sich weisen, sich nichts schenken lassen wollen und deshalb den schwersten Weg wählen, sagt er: „Mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11,30).

Wegen dieser Gefahr mahnt Paulus, im Glauben „festzustehen“. Das eine Übel kann nicht durch das andere bekämpft werden. Gesetzlichkeit ist nicht das Heilmittel für Gesetzlosigkeit und Gesetzlosigkeit nicht das für Gesetzlichkeit.