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Jahrestagung: Bericht von Simon Herrmann

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Am 16. und 17. Januar fand die diesjährige Jahrestagung von missiotop, einem evangelikalen Netzwerk von Missionaren, Dozierenden, Studierenden und Interessierten, die gemeinsam über Wege der Mission nachdenken, statt. Die Tagung im Forum Wiedenest stand unter dem Motto „Mission, geht doch!”.

Im Mittelpunkt stand die kritisch-reflektierende Auseinandersetzung mit Ansätzen einer postkolonialen Missionstheologie sowie mit dem im Jahr 2024 erschienenen Buch von Claudia Währisch-Oblau mit dem Titel „Mission – geht’s noch? Warum wir postkoloniale Perspektiven brauchen“. Darin kommen verschiedene Stimmen zu Wort, viele davon aus dem Globalen Süden. Ein zentraler Punkt ist das Bemühen, ungesunde Machtstrukturen offenzulegen und in der Missionsarbeit zu vermeiden.

Claudia Währisch-Oblau, die viele Jahre lang die Abteilung Evangelisation bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) leitete und während der gesamten Tagung anwesend war, hielt den Eröffnungsvortrag. Weitere Beiträge setzten sich mit einer Neuinterpretation des „Missionsbefehls” auseinander, sensibilisierten für die in Rundbriefen von Missionaren transportierten Bilder von Afrika und seinen Menschen und zeigten, wie der Ansatz der „Vulnerablen Mission” darauf abzielt, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

In seinem Vortrag betonte Simon Herrmann die Notwendigkeit, den universalen Anspruch der biblischen Botschaft zu verkündigen, ohne dabei eigene Machtansprüche zu vertreten.

Die Tagung endete mit einer anregenden Podiumsdiskussion, in der die unterschiedlichen Ansätze erörtert, Missverständnisse aufgezeigt und viele Schnittmengen entdeckt wurden. Allen Teilnehmenden wurde erneut deutlich, dass sich Mission nicht auf Methoden und menschliche Machbarkeit verlassen darf, sondern letztlich von Gott und dem Wirken seines Geistes getragen ist.