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Kalenderblatt: Gedenktag für Larry und Jean Elliott

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Der 25.März ist anlässlich ihrer Beerdigung in Cary (NC) der Gedenktag für Larry und Jean Elliot, Missionare des Southern Baptist International Mission Board (IMB). Sie gerieten um den 15.3.2004 in Mosul in einen Hinterhalt und wurden zusammen mit zwei weiteren Kollegen (Karen Denise Watson und David McDonnall) ermordet. Davids Frau Carrie McDonnall überlebte schwerverletzt.

Die Elliotts hatten seit 1978 als Missionare in Honduras gearbeitet (fast 26 Jahre) und waren erst im Februar 2004 (weniger als zwei Monate vorher) in den Nahen Osten versetzt worden. Sie wollten ihre Expertise nutzen, um Irakern nach dem Sturz Saddams zu helfen. Karen Watson war erfahren in Krisengebieten, David und Carrie McDonnall waren jung verheiratet und frisch im Dienst. „Laut dem IMB starben die vier Arbeiter an Schuss- und Splitterverletzungen, die Berichten zufolge von nicht identifizierten Angreifern verursacht wurden, die automatische Waffen und panzerbrechende Raketen einsetzten“ (Baptist Press, Baptist workers).

In ihrem Nachruf sagte Joyce Dover Whitten, die Schwester von Jean Elliot:

Larry war arbeitete schwer, half gern anderen, war voller Energie und es war eine Freude, mit ihm zusammen zu sein. […] Larry hatte ein unvergessliches, herzliches Lachen. Larry und Jean hatten eine Art an sich, die Menschen das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein, und in ihrer Gegenwart konnte man sich einfach wohlfühlen. Ich werde ihren wunderbaren Sinn für Humor und das gemeinsame Lachen sehr vermissen.

Jean und Larry liebten Jesus Christus mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand und waren gehorsam darin, seinen Willen zu tun – ganz gleich, was es bedeutete und unabhängig von den Risiken. Oft zitierten sie Matthäus 6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Sie richteten ihr Leben nach diesem Vers aus (Dover Whitten, First Person).

Die drei Kinder von Larry und Jean Elliot bezeugen, was für ein großartiges Erbe ihre Eltern für sie hinterlassen haben. Larry gab eine vielversprechende Karriere als Ingenieur auf, um nach Honduras zu gehen. Dort baute er Wasseraufbereitungsanlagen, Wohnungen und Schulen, um das Land nach dem nach dem Hurrikan Mitch wiederaufzubauen. „Larry und Jean wählten das Risiko und ein Leben unter den Armen in Honduras und den Notleidenden im Irak“ (Rankin Challenge, 28).

Manda Roten beschrieb die fünf Missionare folgendermaßen:

Als Larry Elliott Nachrichtenberichte aus dem Irak sah und Männer beobachtete, die mit schmutzigen Ölbehältern Wasser schöpften, brach es ihm das Herz. Monate später begannen er und Jean, ihr Leben dort aufzubauen. Sie ließen 80 Wasserbrunnen, 12 Baptistenkirchen und 92 Missionsstationen zurück, die aus ihrem 26-jährigen Dienst in Honduras hervorgegangen waren. Gott hatte Larry mit seinem herzhaften Lachen und Jean mit ihrem ansteckenden Lächeln zu Menschen in Not berufen – zu denen, die sauberes Wasser und reine Herzen brauchten – und sie gingen voller Freude.

Wie andere Frischverheiratete waren David und Carrie McDonnall sehr verliebt ineinander. Doch ihre größere Leidenschaft galt Jesus und dem Weitergeben seiner Liebe an die Menschen im Irak. Beide hatten als Missionshelfer in Nordafrika und im Nahen Osten gedient und kehrten an ihrem ersten Hochzeitstag zurück, um Freiwillige in den Irak zu führen. Nur wenige Monate vor ihrem zweiten Hochzeitstag überschlugen sie die Kosten, nahmen die Risiken an und zogen dorthin.

Eine Freundin von Karen Watson warnte: „Macht Karen nicht zu einer Heiligen! […] Das würde sie hassen.“ Die ehemalige Justizvollzugsbeamtin war in jüngeren Jahren „ziemlich wild“, doch als sie Jesus begegnete, veränderte er ihr Leben grundlegend. Auf einer Missionsreise nach El Salvador öffnete er ihr das Herz für die Nöte einer verlorenen Welt. Als der Krieg im Irak begann, lebte Karen aus dem Koffer und arbeitete in Flüchtlingslagern in Jordanien und Kuwait. Danach zog sie in den Irak, koordinierte Hilfsmaßnahmen und half den Menschen dort, ihr Leben wieder aufzubauen. „Gehorsam war mein Ziel, Leid zu erwarten … Seine Herrlichkeit ist mein Lohn“, schrieb Karen in einem Brief, der erst nach ihrem Tod geöffnet werden sollte (Roten, Faithful, 2-3).

Tragische Fälle wie dieser werfen auch immer wieder die Frage nach der Verantwortbarkeit von Mission in Krisengebieten und die Rechtmäßigkeit von Mission und humanitärer Hilfe in nichtchristlichen Ländern auf. Steve Hardy, ein baptistischer Pastor in North Carolina kannte die Situation im Irak und alle der Opfer persönlich. Einige Statements von ihm in einem Interview mit Madeleine Brand (npr) vom 17.3.2004 sind hier hilfreich:

Brand: Hat ihr Tod sie dazu bewegt, ihre Mission zu überdenken?

Hardy: Nein, nicht wirklich. Wir glauben, dass wir verpflichtet, es zu versuchen, den Schmerz von Menschen im Leid zu lindern. Und das machen wir im Namen Christi, weil er uns geliebt hat und wir möchten, dass andere seine Liebe kennenlernen. Einer der Wege dazu ist, dass wir seine Liebe dadurch zeigen, dass wir uns um ihre Bedürfnisse kümmern (1:01).

Brand: Es handelt sich ja nun um ein mehrheitlich muslimisches Land. Haben Sie auch versucht, Menschen zum Christentum zu bekehren?

Hardy: Wir machen Folgendes: Wir gehen dorthin und antworten auf die Bedürfnisse der Menschen. Wenn sie uns näher kennenlernen, fragen sie uns, warum wir dort sind. Dann  […] zögern wir nicht, ihnen von unserem Glauben zu erzählen. Viele Iraker haben mir eben diese Frage gestellt (1:30).

Brand: Machen Sie sich Sorgen, dass Sie als Christ in diesem Land ein Ziel für Angriffe durch islamische Extremisten sind?

Hardy: Alle von uns, die dort arbeiten, sind sich der Gefahren bewusst. Die fünf, die dort waren es auch. Tatsächlich hat Larry Elliot kürzlich ein E-Mail geschickt, in dem zu lesen war: „Wir wissen, dass das ein gefährlicher Ort ist, aber Gott hat uns gerufen, dort zu sein und die Iraker zu lieben“ (2:06).

Brand: Nun haben einige, die gegen Ihre Anwesenheit im Land gesprochen haben, sagten: „Seht, es ist nicht wirklich fair, dass Ihr hierherkommt, mit einem Brotlaib unter einem und einer Bibel unter dem anderen Arm.“ Sie sagten auch, dass Sie keine Proselyten machen und Ihre religiösen Ansichten zu einer Bevölkerung bringen sollten, die verzweifelt nach Antworten auf grundlegenden Bedürfnissen fragt.

Hardy: Wir bieten die materiellen Hilfsgüter allen Menschen an, ohne irgendwelche Bedingungen. Darf ich Sie daran erinnern, dass es hier in Amerika Muslime gibt, die Amerika evangelisieren. Ist es nicht richtig, den Menschen im Irak eine Alternative dafür zu bieten, wie sie Gott nachfolgen könnten? Dafür entschuldigen wir uns in keiner Weise, aber ich kann Ihnen versichern, dass wir die Hilfsgüter ohne jede Bedingung verteilen (3:03).

Quellen:

_____: March in global missions history: It happened today!, https://snuhome.org/~hculbert/march.htm vom 19.3.2026.

Baptist Press: 4 Baptist workers from U.S. killed, 1 critically wounded in northern Iraq drive-by shooting, 2004, https://www.baptistpress.com/resource-library/news/4-baptist-workers-from-u-s-killed-1-critically-wounded-in-northern-iraq-drive-by-shooting/ vom 19.3.2026.

Brand, Madeleine / Hardy, Steve: Missionaries Killed in Iraq Remembered (Interview), in: npr, 2004, https://www.npr.org/2004/03/17/1773929/missionaries-killed-in-iraq-remembered vom 19.3.2026.

Dover Whitten, Joyce: FIRST-PERSON: Remembering Jean & Larry Elliott, in Baptist Press, 2004, https://www.baptistpress.com/resource-library/news/first-person-remembering-jean-larry-elliott/ vom 19.3.2026.

Rankin, Jerry: A Challenge to Great Commission Obedience: Motivational Messages for Contemporary Missionaries, 2006.

Roten, Manda: Faithful unto death, in: To the Ends of the Earth, 2004, Band. 1, Nr. 2, 2-3.