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Kalenderblatt: Josef Freinademetz

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Am 29. Januar wird in der katholischen Kirche der heilige Josef Freinademetz (1852–1908) als bedeutender Missionar verehrt. Der aus Südtirol (damals Österreich-Ungarn, heute Italien, aber deutschsprachig) stammende Josef Freinademetz trat der Steyler Missionsgesellschaft (SVD) bei, ging 1879 als einer der ersten Steyler Missionare nach China und wirkte fast 30 Jahre lang in der Provinz Shandong.

Zwei Jahre nach seiner Weihe setzte er sich mit Arnold Janssen in Steyl (Niederlande) in Verbindung, dem Gründer des ersten deutschen Missionshauses, aus dem später die „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (Steyler Missionare, SVD = Societas Verbi Divini) hervorging. Mit der Erlaubnis seines Bischofs fuhr Josef Freinademetz im August 1878 nach Steyl ins Missionshaus.

Am 2. März 1879 erhielt er das Missionskreuz und machte sich mit einem weiteren Missionar, Johann Baptist von Anzer, auf den Seeweg nach China. Fünf Wochen später verließen die beiden in Hongkong das Schiff und bereiteten sich zwei Jahre lang in der Hafenstadt auf den nächsten Schritt vor. Sie wurden für Süd-Shantung bestimmt, 1881 reisten sie in diese chinesische Provinz, die genau 158 Getaufte unter 12 Millionen Einwohnern zählte.

Josef Freinademetz begriff schnell, wie wertvoll die Mitarbeit engagierter Laien für die Erstverkündigung war, vor allem in der Katechese. Deshalb legte er großen Wert auf deren Fortbildung und erstellte ein katechetisches Handbuch in chinesischer Sprache. Daneben widmete er sich, gemeinsam mit Anzer, der inzwischen Bischof geworden war, der Vorbereitung, spirituellen Begleitung und Weiterbildung der chinesischen Priester sowie der anderen Missionare.

Sein Leben war geprägt von dem Bemühen, ein Chinese unter Chinesen zu werden. So schrieb er an seine Verwandten: „Ich liebe China und die Chinesen; hier möchte ich sterben und bei ihnen begraben werden.“ Er starb am 28. Januar 1908 an Typhus, wird aber liturgisch am 29. Januar gefeiert (in manchen Kalendern auch am Todestag). Er wurde am 5. Oktober 2003 heiliggesprochen.