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Kalenderblatt: Kreuzigungen in Nagasaki

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Am 5. Februar 1597 wurden 26 japanische Christen, darunter der Jesuit und Missionar Paul Miki (三木パウロ) (ein japanischer Jesuit, der als Missionar in Japan wirkte), in Nagasaki gekreuzigt. Dieses Ereignis markiert eines der bekanntesten Märtyrertage der frühen christlichen Mission in Japan während der Verfolgungen unter dem Shogun Toyotomi Hideyoshi. Paul Miki predigte bis zuletzt und bat um Vergebung für seine Henker – ein beeindruckendes Zeugnis der Missionsarbeit in Asien.

Am 10. Januar ordnete Hideyoshi die Hinrichtung der 24 Christen in Nagasaki an. Es waren Japaner, Spanier, Mexikaner und Portugiesen. Sie mussten im Winter zu Fuß und ohne Schuhe von Kyoto nach Nagasaki gehen. Am Wege nach Nagasaki wurden weitere zwei Männer verhaftet, da sie mit ihnen gegangen waren. Es waren auch mehrere Jugendliche unter den Verhafteten. Von einem Dreizehnjährigen, den der Gouverneur mit dem Versprechen großer Ehren von seinem Glauben abbringen wollte, ist der Satz überliefert: „Die Freuden und Ehren des Lebens sind nur Schaum auf dem Wasser, wie der Morgentau auf den Gräsern. Die Freuden und Ehren des Himmels dagegen sind unvergänglich.“

So authentisch der Glaube dieser Märtyrer gewesen sein mag, die Geschichte der jesuitischen Japanmission ist keineswegs die der unschuldigen und damit „guten“ Opfer. Zu einem ausgewogenen Bild hilft ein Blick in die Geschichte Japans und in andere Quellen, namentlich in das Kapitel „The Jesuit Peril“ in Lafcadio Hearns Buch Japan: An Attempt at Interpretation (1904).

Als Nobunaga (1534-1582) Ende der 1560er zur Macht aufstieg, begünstigte er die Jesuiten auf vielfältige Weise – nicht aus irgendeiner Sympathie für ihren Glauben, denn er dachte nie daran, Christ zu werden, sondern weil er glaubte, dass ihr Einfluss ihm in seinem Feldzug gegen den Buddhismus nützlich sein würde. Wie die Jesuiten selbst hatte Nobunaga keine Skrupel bei den Mitteln in der Verfolgung seiner Ziele. Doch die Hilfe und der Schutz, den er den ausländischen Priestern aus rein politischen Gründen gewährte, ermöglichten es andererseits ihnen, ihre Macht so weit auszubauen, dass er bald Grund zur Reue hatte. Diese Reue kam zu spät. Bis zu seiner Ermordung konnte Nobunaga nur Pläne zur Ausrottung des Christentums schmieden.

Sein Nachfolger Hideyoshi, der den Einfluss der ausländischen Priester als gefährlich einschätzte, war vorerst mit dem großen Problem beschäftigt, die militärische Macht zu zentralisieren, um dem Land Frieden zu bringen.

Die wütende Intoleranz der Jesuiten in den südlichen Provinzen hatte ihnen bereits viele Feinde geschaffen, die begierig waren, die Grausamkeiten des neuen Glaubens zu rächen. In den Missionsgeschichten lesen wir von bekehrten Daimyō, die Tausende buddhistischer Tempel niederbrannten, unzählige Kunstwerke zerstörten und buddhistische Priester abschlachteten – und wir finden die jesuitischen Autoren, die diese Kreuzzüge als Beweis heiligen Eifers lobten.

Zuerst war der fremde Glaube nur überzeugend gewesen; später, unter Nobunagas Förderung an Macht gewinnend, wurde er zwanghaft und grausam. Etwa ein Jahr nach Nobunagas Tod setzte eine Reaktion dagegen ein.

1587 zerstörte Hideyoshi die Missionskirchen in Kyoto, Osaka und Sakai und vertrieb die Jesuiten aus der Hauptstadt. Im folgenden Jahr befahl er ihnen, sich im Hafen von Hirado zu versammeln und sich auf die Abreise aus dem Land vorzubereiten.

Sie fühlten sich stark genug, um zu ungehorsam zu sein: Statt Japan zu verlassen, zerstreuten sie sich über das Land und stellten sich unter den Schutz verschiedener christlicher Daimyō. Hideyoshi hielt es wohl für unklug, die Sache weiterzutreiben: Die Priester hielten sich ruhig und hörten auf, öffentlich zu predigen.

Bis 1591. In jenem Jahr veränderte die Ankunft bestimmter spanischer Franziskaner die Lage. Diese Franziskaner kamen im Gefolge einer Botschaft aus den Philippinen und erhielten die Erlaubnis, im Land zu bleiben, unter der Bedingung, dass sie das Christentum nicht predigen würden. Sie brachen ihr Versprechen, gaben jede Vorsicht auf und erregten Hideyoshis Zorn. Das traurige Ereignis vor 429 Jahren, war der Versuch Hideyoshis, ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Es sollte ohne Erfolg bleiben und erst mit der entschiedenen und grausamen Politik seines Nachfolgers Ieyasu wehrte sich Japan gegen die politische Gefahr, die von der christlichen Mission ausging. Nachdem Ieyasu 1606 seine Macht gefestigt hatte, zeigte er sich zum ersten Mal entschieden gegen das Christentum, indem er ein Edikt erließ, das weitere Missionsarbeit verbot und verkündete, dass diejenigen, die die fremde Religion angenommen hatten, sie aufgeben müssten.