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Kalenderblatt: Mary Slessor

Am 15.1.1915 starb die schottische Afrikamissionarin Mary Slessor. Seit 1876 arbeitete sie als Missionarin der United Presbyterian Church fast 40 Jahre unter Stammesvölkern (Efik und Okoyong) im heutigen Nigeria. Sie setzte sich gegen Zauberei, Alkoholmissbrauch, Kindstötung bei Zwillingsgeburten, Giftordale und Menschenopfer ein.
Die Geburt von Zwillingen wurde als bösartiger Fluch angesehen. Die Einheimischen befürchteten, dass eines der Kinder einen bösen Geist als Vater hatte, und die Mutter sich einer großen Sünde verschuldet hatte. Da sie nicht in der Lage waren herauszufinden, welches der beiden Kinder den bösartigen Geist als Vater hatte, ließen sie oftmals beide Babys im Busch zurück. Slessor adoptierte alle Kinder, die sie zurückgelassen im Busch fand. Bei einem Zwillingspaar, dass sie rettete, überlebte der Junge nicht. Das überlebende Mädchen nannte sie Janie und nahm sie als Tochter an. Insgesamt rettete sie über hundert Zwillinge, die zum Sterben ausgesetzt worden waren.
1892 wurde Mary zur Vize-Konsulin in Okoyong, verantwortlich für das Einheimischengericht. 1905 wurde sie zur Vize-Präsidentin des Ikot Obong Einheimischengerichts.
Sie starb dort 1915 in Calabar und erhielt ein Staatsbegräbnis.
Natürlich war Mary Slessor in alle, was sie geleistet hat, Kind ihrer Zeit. Wie ihr Dienst und der ihrer Kirche im Licht des Kolonialismus zu werten ist, ist in dem Aufsatz The Mother of all the Peoples: Geographical Knowledge and the Empowering of Mary Slessor in dem 1995 erschienenen Geography and Imperialism, 1820-1940 (Hg. Michael J. Heffernan, Morag Bell, Robin Alan Butlin) zu lesen.
