em 3/2017: Ausbildung für die Mission Gottes – die ganze Gemeinde für die ganze Welt

Aus dem Inhalt:

Johannes Reimer, Heilige zum Werk ihres Dienstes zurüsten. Eph 4,11-12 im Blick auf theologische Ausbildung.

Abstract: Der Text Eph 4,11-12 hat nach wie vor besondere Relevanz für die theologische Ausbildung von heute. Denn keine christliche Gemeinde, kein Missionswerk wird auf die von Gott gesetzten Ämter „Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer“ verzichten können. Dabei sollte man sich von den überhöhten Vorstellungen, die man gemeinhin von Aposteln und Propheten hat, lösen und fragen was diese biblischen Ämter bedeuten und wie sie Mission und Gemeindebau bereichern können.

Tobias Menges, Die Missionsausbildung des Timotheus.

Abstract: Die nächste Generation für die Verantwortung in Mission und Gemeinde auszurüsten, ist eine Schlüsselaufgabe der christlichen Gemeinde weltweit. Können wir von der ersten und zweiten Generation der Gemeinde Jesu für heute etwas lernen? Die Ausbildung des Timotheus durch Paulus wird hier als Fallstudie aufgegriffen: Sie inspiriert zu einer Ausbildung, welche Denken und Handeln verzahnt, die fördert und fordert, bei der Lehrer Vorbilder sind und Leiter zu Begleitern der nächsten Generation werden.

Traugott Hopp, „Homo studiosus“ – der Mensch als Lernender. Eine schöpfungstheologische Überlegung.

Abstract: Zum Missionsauftrag gehört der „Lehrauftrag“. Der Blick in die Schöpfungsgeschichte fördert einige überraschende Entdeckungen zu Tage, die unserem Verständnis von Lernen und Lehren eine Erweiterung bieten können. Der Artikel war Teil eines Vortrags bei einer Missionarskonferenz in Asien im Frühjahr dieses Jahres. Der Vortragsstil wurde beibehalten.

Klaus Wetzel, Reformation – Pietismus – Mission – Bildung: ein fruchtbares Zusammenwirken.

Abstract: Das protestantische Christentum hat aus theologischer Überzeugung die Welt der Bildung nachhaltig verändert und geprägt. Die Reformation hat im elementaren Bereich das Konzept Bildung für alle und zwar auch für alle Frauen entwickelt und umgesetzt. Der Pietismus hat im akademischen Kontext der theoretischen Bildung aristotelisch-humanistischer Prägung die Orientierung der Bildung an der Praxis durch Begegnung mit den Realien an die Seite gestellt. Die evangelische Missionsbewegung hat insbesondere durch ihr Mega-Projekt Bibelübersetzungsarbeit hunderten Sprach- und Volksgruppen durch die Verschriftlichung bisher ungeschriebener Sprachen, durch Erstellen von Wörterbüchern und Lehrmaterial sowie Lehrerausbildung ihr Bildungsprojekt vermittelt.

Barbara Hallensleben, Mission – Heilmittel gegen die Dummheit.

Abstract: Dummheit ist gemäß der theologischen Tradition nicht ein intellektueller, sondern ein moralischer Defekt des Menschen. Dumm ist, wer nicht im Licht der „höchsten Ursache“ erkennt und handelt. Vor diesem Horizont erweist sich die Mission als Heilmittel gegen die Dummheit: Gott, die höchste Ursache, wird im Mitvollzug der „Missio Dei“ erkannt, in der adventlichen Liebe zum Heil der Schöpfung.

Timothy Geddert, Die erste Gemeinde Europas. Eine Auslegung von Apg 16,6-40 in missionarischer Perspektive.

Abstract: Als der Apostel Paulus und sein Missionsteam zum ersten Mal europäischen Boden (wie wir das heute nennen) betrat, gründeten sie eine kleine multikulturelle Hausgemeinde. Lukas (Autor der Apostelgeschichte) erzählt diese faszinierende Geschichte auf eine Art, die Leser einlädt, zwischen den Zeilen Gottes wunderwirkende Kraft zu sehen – nicht nur eine Kraft, die Dämonen austreibt und durch Erdbeben Gefangene befreit, sondern auch eine Kraft, die Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, aus verschiedenen Kulturen und religiösen Hintergründen zusammenschweißt und sie zu einer neuen geistlichen Familie zusammenschmiedet, in der Jesus die Mitte ist. Die Gründung der Gemeinde in Philippi ist ein seltenes, aber für alle Orte relevantes Modell, wenn wir dem Evangelium gemäß Gemeinde Jesu sein wollen.

Elmar Spohn, Die Missio Dei bei Karl Hartenstein. Neue Quellen – neue Interpretation?

Abstract: Mittlerweile ist es üblich geworden, christliche Mission mit dem Konzept der Missio Dei zu begründen. Während man in der Vergangenheit gerne auf einzelne Bibelstellen verwiesen hatte und somit meinte, der Mission ihr Existenzrecht sichern zu können, ist es gegenwärtig ökumenischer Konsens, Mission mit dem Konzept der Missio Dei zu begründen. Für den in diesem Heft geehrten Jubilar Bernhard Ott ist das eine missionstheologische Selbstverständlichkeit. Doch was auch ihm unbekannt sein dürfte, ist die Begriffsgeschichte der lateinischen Wendung „Missio Dei“. Diese wird hier untersucht mit dem Ziel, neue Erkenntnisse zur Konkretisierung der Wendung Missio Dei zu erwerben.

Rezensionen:

  • Stuart Murray, Nackter Glaube. Christsein in einer nachchristlichen Welt, Edition Bienenberg, Schwarzen­feld: Neufeld Verlag, 2014.
  • Vardit Rispler-Chaim, Disability in Islamic Law. Dordrecht: Springer, 2007.

Sonstiges:

  • Aus meiner Sicht von Elmar Spohn: Zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Bernhard Ott.