em 4/2020 Kirche, Bibel und kulturelle Identität

Aus dem Inhalt:

Ralph Siebert, Kirche und Bibelübersetzung: Zur Wiederentdeckung einer Kernaufgabe.

Abstract: Die weltweite Kirche ist die Hüterin der Heiligen Schrift. Dieser Artikel ruft die weltweite Kirche dazu auf, Bibelübersetzung als eine ihrer Kernaufgaben zu akzeptieren und festzuschreiben. Das Wort Gottes ist der Kirche anvertraut, damit sie es predigt, lehrt und lebt. Als göttlich inspiriert geltend, hat es weltweit in Kirchen und Gemeinden zentrale Bedeutung. Während in westlichen Ländern Revisionen und Neuübersetzungen fortlaufend erscheinen, warten in vielen anderen Ländern Volksgruppen noch immer auf die allererste (!) Bibelübersetzung in die eigene Sprache. Besonders diesen Volksgruppen̶ jedoch nicht nur ihnen ̶ eröffnet das grundlegend neue Modell der „Kirchenzentrierten Bibelübersetzung, das in diesem Artikel vorgestellt wird, die Möglichkeit, Bibelübersetzung dauerhaft und eigenverantwortlich als Kernaufgabe der Kirche zu integrieren.

Frank Paul, Leben als Gäste, Begleiter und Freunde im argentinischen Chaco: Wege zu einer (postkolonialen) alternativen Missionspraxis.

Abstract: Dieser Artikel nimmt den Leser mit hinein in den Lernprozess unter den Missionaren eines Teams, das seit vielen Jahrzehnten unter der indigenen Bevölkerung des argentinischen Chaco gearbeitet hat. Die Bereitschaft, die eigene Praxis anhand neuer Erkenntnisse im Bereich der Kultur-Anthropologie und Linguistik selbstkritisch zu hinterfragen, führte zu einem mutigen neuen Ansatz, der die Langzeitfolgen der Kolonialzeit ernstnimmt und zu überwinden versucht.

Detlef Blöcher, Die Naga Missionsbewegung.

Abstract: Es ist eine missionsgeschichtliche Sensation: im Nordosten Indiens, einer von Buddhismus, Islam und Hinduismus dominierten Region, gibt es eine christliche Enklave von lebendigen Gemeinden mit immensem Missionseifer. In den letzten 50 Jahren hat sich hier ein spektakuläres Gemeindewachstum ereignet, aus dem eine der größten Missionsbewegungen hervorgegangen ist. Welche historischen, politischen, kulturellen und religiösen Faktoren haben dazu beigetragen? Und wo liegen die Begrenzungen dieser eindrucksvollen Bewegung? Der Autor bemüht sich um eine missiologische Einordnung.

Matthias Brüns, Kwame Bediakos kontextueller Zugang zur Bibel:Anregungen für die Arbeit mit deutsch-ghanaischen Jugendlichen.

Abstract: Die Frage der kulturellen Identität war wesentlich für Kwame Bediako, einen der bedeutsamsten Theologen Ghanas. Sein Bildungsweg und seine Kontakte zu Theologen der nichtwestlichen Welt machen ihn nicht nur zu einem Brückenbauer zwischen ghanaischem und westlichem christlichen Denken, sondern auch zu einem Wegweiser für Christen mit ähnlicher bi-kultureller Prägung auf der Suche nach ihrer Identität in Christus. Dieser Artikel zeigt beispielhaft, was Mitarbeiter der sozial-missionarischen Arbeit in einer deutschen Stadt von Theologen der Zweidrittelwelt lernen können.

Weiteres:

Bernd Brandl, Aus meiner Sicht: “Zur Ernennung von Thomas Schirrmacher zum Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz.”

Rezensionen:

Eberhard Troeger, Kirche und Mission in Syrien im 19. und 20. Jahrhundert. Gießen: Brunnen, 2020.

Roland Denner, Muslime verstehen: Wie Begegnung mit Liebe, Mut und Respekt gelingen kann [SerendipityThema: Lebendige Kleingruppen], Gießen: Brunnen Verlag, 2017.

Veli-Matti Kärkkäinen, Christ and Reconciliation: A Constructive Christian Theology for the Pluralistic World, Vol. 1, Grand Rapids: Eerdmans, 2013.